Von der Badehose zum Jetski...
Im Jahr 1979 fasste der damalige Gemeindebedienstete und Bademeister Gottfried Steinert den Entschluß, eine Einsatzgruppe der ÖSTERREICHISCHEN WASSERRETTUNG in St. Johann zu gründen. Unterstützt wurde er dabei vom Postbediensteten Reinhard Sperl und einigen sehr jungen Mitgliedern die im selben Jahr im Freischwimmbad St. Johann für die ÖWR angeworben wurden. Ohne finanzielle Mittel und Ausrüstungsgegenstände, aber großem Idealismus begann ein äußerst schwieriges Unterfangen die Wasserrettung im Pongau zu etablieren.
1980 wurde das enorme Engagement vom Landesverband der ÖWR mit der Stationierung eines alten Einsatzfahrzeuges VW T2 in St. Johann unterstützt. Die Mobilität der Gruppe war von nun an sichergestellt.
Die ersten Ausrüstungsgegenstände vor allem Tauchanzüge wurden von den Mitgliedern mangels finanzieller Mittel aus der eigenen Tasche bezahlt.
Im Jahr 1981 wurde ein Schlauchboot SEMPERIT A330 angeschafft. Ein Jahr später wurde das Boot mit einem Außenbordmotor JOHNSON 15 PS versehen. Der Ankauf erfolgte mit einem zinsgünstigen Kredit der Sparkasse und wurde mit den Einnahmen des Eislaufplatzes in Raten abbezahlt.
Ab 1982 sorgte die Organisation und Betreuung des Eislaufplatzes für regelmäßige kleine Einkünfte der jungen Ortsstelle. Das alte Einsatzfahrzeug wurde an die neugegründete ÖWR Bischofshofen abgegeben und durch einen gebrauchten VW T2 ersetzt, welchen das Rote Kreuz Salzburg kostenlos zur Verfügung stellte. Das Fahrzeug war in einer Garage hinter dem Gemeindeamt untergebracht.
1983 absolvierten drei Mitglieder der OS die Ausbildung zum Tauchgrundschein und stellten damit die erste Tauchergruppe innergebirgs. Für diese Gruppe wurden die ersten Rufempfänger für die Alarmierung und ein Kompressor zum Befüllen der Tauchflaschen angekauft.
1984 übersiedelten wir in eine größere Garage im Schwimmbad und konnten neben dem Einsatzfahrzeug auch einen selbstgebauten Anhänger für Ausrüstung und das Schlauchboot unterbringen.
Bis 1985 wurden alle Arbeiten am Eislaufplatz von Hand durchgeführt. Erst ein alter Traktor mit einer selbst konstruierten Kehrmaschine schaffte eine wesentliche Erleichterung.
1987 mußte ein Ersatzfahrzeug beschafft werden und man entschied sich für ein kostengünstiges Gebrauchtfahrzeug, einen VW T3 vom Roten Kreuz in Telfs.

1988 wurde die ÖWR in das Landesrettungsgesetz aufgenommen und erhielt damit eine finanzielle Basis. Günther Perterer übernahm die Führung der OS von Gottfried Steinert.
1989 wurde das Boot durch ein Schlauchboot METZELER MARKANT S ersetzt und ein Jahr später durch einen MERCURY 25 PS Motor aufgerüstet.
1990 erforderte steigendes Einsatzspektrum die Anschaffung eines zweiten und größeren Bootes. Ein Kunststoffboot ELAN 425 F mit Lenkradsteuerung und MARINER 40 PS Motor wurde gebraucht erworben. Im selben Jahr übernahm Reinhold Höller die Leitung der Ortsstelle und ist bis heute in dieser Funktion tätig.
1993 wurde das neue Schlauchboot ZODIAC FUTURA MARK 2 in den Dienst gestellt. Nach vielen Jahren Provisorium wurde der Wunsch nach einer eigenen Unterkunft immer größer.
1994 war ein Meilenstein in der Geschichte der ÖWR St. Johann. Das erste neue Fahrzeug konnte dank großer Unterstützung durch Sponsoren angekauft werden. Der Innenausbau des FORD TRANSIT L100 wurde durch unser Mitglied Günter Pichler und seinen Vater kostengünstig und professionell selbst angefertigt. Im Herbst konnten noch drei alte Garagen von der Stadtgemeinde in der Spitalgasse übernommen werden und damit eine ständige Unterkunft für das neue Fahrzeug und unsere Ausrüstung geschaffen werden. Renovierungs- und Umbauarbeiten in der Spitalgasse prägten die folgenden Jahre.

1999 wurde für den Transport der ständig umfangreicheren Tauchausrüstung ein Tauchanhänger angefertigt. Hebeballone und Vollgesichtsmasken mit Unterwasserfunk ermöglichen neue Arbeitsbereiche im Unterwassereinsatz.
Der Natureislaufplatz wurde auf Kunsteis umgestellt und die Betriebszeit von wenigen Wochen auf mehr als drei Monate ausgedehnt. Nur durch das Zusammenwirken aller Mitglieder kann dieser enorme Arbeitseinsatz jedes Jahr bewältigt werden.

Im Jahr 2000 wurde das alte Kunststoffboot durch ein finnisches Aluminiumboot BUSTER L mit einem HONDA 50 PS Viertaktmotor ersetzt und mit einer MARISCOPE Unterwasserschleppkamera bis 180 Metern Wassertiefe ausgerüstet. Das Kunststoffboot übernahm die Ortsstelle Strobl am Wolfgangsee.

2003 kam ein neues Schlauchboot VALIANT DR 400 mit einem MERCURY 25 PS Viertaktmotor und Festrumpf als Ersatz für das Zodiac in unseren Fuhrpark. Das Zodiac kaufte die Ortsstelle Salzburg-Stadt.
2005 entsprach unser Einsatzfahrzeug nicht mehr den gestiegenen Einatzanforderungen, deshalb wurde bei der Firma Seiwald Feuerwehrfahrzeugbau ein neues Fahrzeug ein VW LT35 in Auftrag gegeben. Es wurde zur Gänze selbst geplant und ist heute noch vom Konzept das modernste Wasserrettungsfahrzeug in Österreich. Den Transit erwarb die Ortsstelle Niedernsill.
2006 war die OS St. Johann in der Vorreiterrolle und beschaffte als erste OS im Land Salzburg ein zweites Einsatzfahrzeug. Wegen der finanziellen Situation war nur der Ankauf eines Gebrauchtfahrzeuges von den ÖBB möglich. Der VW T4 wurde in Eigenleistung zum Einsatzfahrzeug umgebaut. Zur Unterbringung war ein Erweiterungsbau der Zeugstätte notwendig, welcher in vier Monaten Bauzeit von den Mitgliedern selbst durchgeführt wurde.

2010 beschritten wir wieder Neuland und stellten einen Jetski SEADOO WAKE mit 155 PS und einem amerikanischen HSA Rettungsboard als Rettungsfahrzeug für Fluß- und Flach-
wassereinsätze in den Dienst. Das Zodiac übernahm die Ortsstelle Loibichl am Mondsee.
